Leserbrief: Unverhoffte Aufmerksamkeit

20. Januar 2015 at 21:21

Leserbrief zum Artikel: „SVP soll ihre Lausbuben rüffeln“, Ausgabe vom 7. Januar 2015

Unverhoffte Aufmerksamkeit

Eigentlich erstaunlich, wie viel Aufmerksamkeit in diesen Tagen die Plakate einiger junger Politiker erhalten. Mehrfach wurde bereits über diese Transparente an Strassenrändern berichtet, die beim Vorbeifahren im heutigen Schilder- und Werbewald wohl kaum aufgefallen wären. Der Leiter der Thurgauer Zeitung unterstellt ihnen wegen dieser Aktion sogar böswillig einen «Verstoss gegen moralische oder juristische Konventionen».

Dass die Porträts auf den Plakaten Mitglieder der Jungen SVP sind, wäre ohne die Reihe an prominenten Berichten zu diesem Thema kaum jemandem bewusst gewesen. In diesem Sinne kann die JSVP ihrem Kritiker wohl dankbar sein, dass er den Parteinamen bereits Monate vor dem Wahltermin allen Lesern in Erinnerung ruft. So wird aus einigen Dutzend Plakaten, auf denen kein Parteilogo aufgedruckt ist, ein Werbeinstrument, das 34000 Haushalte erreicht.

Ob bewusst oder nicht, da haben die jungen Politiker mit ihrer Aktion wohl mehr Erfolg gehabt als erwartet. Ich bin mir deshalb nicht sicher, ob Bemerkungen wie «Die Mutterpartei sollte ihren Lausbuben den Hintern versohlen» angebracht sind – weder von einem Chefredaktor der Thurgauer Zeitung noch für engagierte junge Leute, die sich für ihre Meinung einsetzen.

Flavio Di Nicola
8590 Romanshorn
20150117 Leserbrief Flavio Di Nicola